Eine Reise durch die Epochen
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Eine Reise durch die Epochen

Bereits im Mittelalter war Basel eine der wichtigsten Handelsstädte der Schweiz, davon zeugen die vielen Zünfte. Das Grand Hotel les Trois Rois, von Baslern liebevoll auch «s’Dreikönig» genannt, steht an prominenter Lage direkt am Rhein und ist in der Geschichte der Stadt Basel tief verankert.
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Eine alte Legende besagt, dass der Name des Hotels von einem Dreikönigstreffen im Jahre 1026 stammt, doch die wahre Geschichte des Les Trois Rois begann 1681. In diesem Jahr wurde das Gebäude, das ursprünglich aus dem 15. Jahrhundert stammte und davor als Wohnhaus für Adlige diente, erstmals als Gasthof «zu den Drei Königen» eröffnet. Dem damaligen Wirt war nun erlaubt, Gäste zu beherbergen, diese zu verköstigen und dreierlei Weine zu lagern und auszuschenken.

Im 18. Jahrhundert ereigneten sich allerlei kuriose und gruselige Geschichten rund um das Hotel. Unglückliche Prinzen im Exil, ein aus dem Strassburger Zoo entflohenes Nashorn – sogar ein tödliches Degengefecht gab es hier. Berühmtheiten wie Napoleon, Queen Elizabeth II und Pablo Picasso waren bereits zu Gast im Les Trois Rois. Als Napoleon zu Besuch weilte, wollten ihn sämtliche Adlige Basels sehen. Manche verkleideten sich zu diesem Zweck gar als Hotelpersonal. Scheinbar wurde Napoleon die Aufmerksamkeit schnell zu viel, denn er zog bald weiter. Auch heute noch beherbergt das Basler Grandhotel Politiker und Prominenz aus aller Welt. Namen werden selbstverständlich nicht genannt, der Diskretion wegen.

 

1842 wurde das alte Gasthaus abgebrochen und der Basler Architekt Amadeus Merian damit beauftragt, ein neues Hotel damals beliebten klassizistischen Stil zu erstellen. 1844 wurde das neue Les Trois Rois eröffnet. Seine Fassade prägt bis heute das Stadtbild von Basel.

Im Jahr 2004 übernahm der Schweizer Unternehmer Thomas Straumann das denkmalgeschützte Grandhotel und erwarb dazu auch das nebenstehende Gebäude. Er liess beide durch den Architekten Christian Lang restaurieren und teilweise sogar nach Originalplänen rekonstruieren. Während 20 Monaten liefen die Renovations- und Umbauarbeiten. Das Gebäude nebenan wurde, entsprechend seines Ursprungs, im Art-Deco-Stil restauriert und ergänzt das Grandhotel seit seiner Wiedereröffnung 2006 mit zusätzlichen Zimmern, einem beindruckenden «Belle Epoque» Ballsaal und modernen Tagungsräumen.

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Beim Betreten des Les Trois Rois scheint die Geschichte zum Greifen nah, und man bekommt den Eindruck, in eine längst vergangene Zeit einzutauchen. Jedes der 101 Zimmer und Suiten, blickt entweder auf den Rhein oder auf die Stadt, ist mit echten Antiquitäten ausgestattet und authentisch im klassischen oder aber im Art-Deco-Stil eingerichtet. Das Farbkonzept der Zimmer im Hauptgebäude ist rot oder blau. Alle Zimmer bieten viel Platz und modernsten Komfort, manche verfügen sogar über eine Terrasse. Für ein besonders exklusives Erlebnis locken die «Napoleon Suite» oder die «Art Deco Suite» mit eigenem Jacuzzi über den Dächern von Basel.

Das Hauptrestaurant La Brasserie ist mit 14 GaultMillau-Punkten ausgezeichnet. Es bietet ein grosszügiges Champagner-Frühstückbuffet sowie Mittag- und Abendessen mit vorwiegend französischer und schweizerischer Küche in elegantem und dennoch entspanntem Ambiente mit Sicht auf den Rhein. Ein kulinarisches Highlight ist das mit 3 Michelin Sternen und 19 GaultMillau-Punkten ausgezeichnete Cheval Blanc by Peter Knogl. «Haute Cuisine» vom Feinsten, kunstvoll präsentiert und liebevoll serviert – selbstverständlich mit Blick auf den Rhein. Ein erstklassiges Erlebnis, bei dem man sich dennoch wohl fühlt, das Personal aufgestellt und stets zu einem kleinen Scherz bereit ist.

Für gemütliche Stunden bieten sich die Lobby Lounge oder die Bar mit einer Vielzahl an edlen Spirituosen und Cocktails an. Zigarren-Aficionados ist der Salon du Cigar mit seinen 135 Zigarren im Sortiment wohl schon allein einen Besuch im Les Trois Rois wert.

Das Grandhotel scheint seinen Slogan «Rich in history, young at heart» mit Begeisterung zu leben. Zwar wurde mir nicht ganz so viel Aufmerksamkeit entgegengebracht wie damals Napoleon, aber ich erlebte bei meinem Besuch wahre Gastfreundschaft und wurde rundum versorgt. Ich hätte es also auch noch etwas länger im Les Trois Rois ausgehalten als Napoleon...

 

www.lestroisrois.com

 

Simone Aïda Baur ist Interior Designerin, Bloggerin und Gründerin von Global Inspirations Design

 

Photo Credit: Grand Hotels les Trois Rois

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