Food

Food Hotspots: Gstaad vs. St.Moritz

von Mark van Huisseling
12.01.2017
Unser Kolumnist – von Beruf Journalist und Buchautor – zählt Restaurants, Cafés, Bars und Hotels in St. Moritz und Gstaad auf, die er irgendwie mag. Dass St. Moritz doppelt so viele Einträge auf seiner Liste bekommt wie Gstaad, sei kein Zufall, sagt der Mann aus Bern. 
St.Moritz

Restaurant/Alphütte «Clavadatsch», Suvretta, St. Moritz

In der Gastronomie, sagt man, gebe es keine Standortnachteile. Nur schlechte Betriebe. Stimmt wahrscheinlich. Ganz sicher aber, bezogen auf die Alphütte «Clavadatsch» – sonst wäre ein Restau­ rant, das man zu Fuss in vierzig Minuten (ab St.Moritz Dorf) erreicht respektive auf Ski oder Snowboards nach einem kleinen Umweg und dem Überwinden schneearmer Passagen, immer leer. Ist es aber nicht. Wegen der Aussicht, der Bedienung, der Bratwurstschnecke mit Ratatouille und Feigensenf und, und, und. Bevor ich es vergesse: geöffnet von zirka Mitte Dezember bis ungefähr Ende April. Wer zu anderen Zeiten hin will, kann die ganze Hütte (inklusive Catering) mieten.

www.schweizerhofstmoritz.ch 

«Pizzeria Heuboden» der «Chesa Veglia», St. Moritz

In dem schönen alten Haus mitten im «Dorf» (mit Valet ­Parking) gibt es feine Pizze. Diese sind vermutlich die teuersten der Schweiz, was aber trotzdem auf einen eher niedrigen Gesamtrechnungs­ Betrag herauskommt –für St. Moritz, und einen bestimmten Glamour gibt’s gratis dazu. Auch gut für people watching, Reser­vierung notwendig (und nicht leicht zu bekommen).

www.badruttspalace.com 

Halle in «Badrutt’s Palace», St. Moritz

So muss ein Grandhotel respektive die Bar in der Lobby eines Grandhotels  aussehen. Um dabei zu sein, wenn auch nicht dazuzugehören, lässt man einen Tisch reservieren um, sagen wir, 17.00 Uhr und zieht sich vorher um respektive anständig an – in Skibekleidung hin­ gehen ist bad form, ausser man wohnt im Haus.

www.badruttspalace.com 

Restaurant «Murtaröl», Plaun da Lej

Das Meer ist weit weg von diesem Ort, 15 Kilometer südwestlich von St. Moritz, der aus fünf Häusern besteht
(en route zum Malojapass). Aber kein Problem für Antonio Walther, Fischhändler und Wirt, der als einziger Schweizer am Mailänder Fischmarkt einkaufen darf. Hinter dem Haus, im nicht ewigen, aber doch ziemlich lange währenden Schnee und Eis des Engadins, beendet sich in Wassertanks das Einkaufsergebnis. Über Gewicht und Preise der Hummer, die dieser Russe oder jener Italiener bestellt haben («drei Kilo, fünf Kilo; drei­ tausend Franken, fünftausend Franken»), gibt es Geschichten, die vielleicht nicht stimmen, aber so gut erzählt sind, wie das Essen schmeckt.

www.plaundalej.ch 

Gstaad

Bar in der Halle des «Gstaad Palace»-Hotels, Gstaad

Was ist eigentlich eine Bar? Sprachlich besehen eine Stange und, im über­ tragenen Sinn, ein Lokal, in das man geht, weil man annehmen darf, dass man dort jemanden kennt (oder eben gerade nicht) sowie möglicherweise jemanden kennenlernt. Und wo man Alkohol, idealerweise in seiner angenehmsten Darreichungsform, konsumiert. Wem das alles zu kompliziert ist, der stellt sich einfach an die Stange, die eke, die es in der Halle des «Palace» gibt, bestellt einen Gin Tonic (zum Beispiel Tanqueray mit Fever Tree) – und findet heraus, wer da ist, wer kommt, wer geht sowie was passiert.

www.palace.ch 

«Bären», Gsteig

Das Restaurant gehört der Familie Scherz, den «Palace»­ Besitzern. Ich empfehle, in der hinteren Stube zu sitzen und ebendort Fleisch zu essen, zubereitet auf dem Grill über dem offenen Feuer. Anschliessend fährt man mit dem Wagen, den man zuvor bestellt hat, retour ins Dorf, was gemütlich ist. Am besten wohnt man im «Olden». Es gibt dort ein Zimmer (eine Junior­-Suite, genauer), in der befindet sich die Bade­wanne ziemlich genau unter einem Skylight, einem Dachfenster also.

www.baeren-gsteig.com 

Restaurant des «Eagle» Club, Wasserngrat

Nur für Mitglieder; viele Genfer, ein paar Deutsche, Griechen. Die Türkontrolle ist nicht streng. Sagte der Mann, der sich dort mit mir verabredete. Weil er fand, ein Journalist, der es nicht schaffe, seinen Weg in ein Zelt – sagte er, es ist natürlich ein Haus, ein Chalet, mit Terrasse –zu bluffen, den will er nicht zum Mittagessen treffen. Die Sicht ist gut, das Essen mässig. Und die Leute, die nicht hineingehörten, sondern sich ebenfalls reinbluten, vermute ich, waren interessanter als die Mitglieder. Keine besonderen Vorkommnisse also. Der Mann, der sich mit mir verabredete? Taki Theodoracopulos, ein Schreiber sowie Gstaad­habitué seit 50 Jahren.

www.gcprive.com 

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