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Bally - Orientierungspunkt Ursprung

Bally ist eine der erfolgreichsten Schweizer Marken. Angesichts weltweiten Erfolgs kann es jedoch geschehen, dass die eigene Herkunft in Vergessenheit gerät. So erging es dem im Ausland seit Langem sehr präsenten Fashionlabel. Nun möchte Bally sich wieder auf sein Erbe besinnen. Dabei soll die künstlerische Avant- garde der Schweiz helfen, konkret: Studentinnen und Studenten der Zürcher Hochschule der Künste.
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Das Gewinnerwerk von Sara Nygård, Anina Weidmann, Anna Pravorotskaya und Serafin Gerber. Die mit einem 3-D-Scanner nachgestellten Modelle verleihen diesem Projekt ausserordentliche Ausdruckskraft. 

Man nehme 24 Studentinnen und Studenten der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) aus den Bereichen Trends & Identity und Visuelle Kommunikation, gebe einen Projektauftrag zur Poster-Gestaltung hinzu, würze das Ganze mit einem imposanten Archiv und lasse die Kreativität ihr Werk tun. So ähnlich muss Ballys Idee einer Kooperation mit der Schweizer Designfabrik ZHdK entstanden sein. Betrachtet man die Ergebnisse, ist schnell klar: Dieses Rezept hat sich bewährt. 

 

Der Ursprung dieser Zusammenarbeit liegt weit zurück. Reisen Sie mit mir ins Schönenwerd des Jahres 1851. Zu diesem Zeitpunkt ruft Carl Franz Bally in dem kleinen Dorf im Kanton Solothurn seine eigene Schuhmanufaktur ins Leben. Dank hoher Kunstfertigkeit kreiert er funktionale und moderne Schuhe, die den Geist der Zeit treffen. Die Industrialisierung trägt ihren Teil zum Erfolg bei und weniger als dreissig Jahre später hat es Bally ins Herz der Modewelt geschafft: Nach Genf, Montevideo und Buenos Aires eröffnet Bally 1879 den ersten Verkaufsladen in Paris. Mit zukunftsorientiertem Denken gelingt es der Marke, sich in die obersten Ränge der erstklassigen Schuhmarken zu schwingen. Ende der 1970er-Jahre kommen zu den Schuhen Ready-to-wear- und Accessoire-Kollektionen für sie und ihn hinzu. Bald schon zeitigt die Globalisierung ihre Wirkung, und so wird Bally heute weltweit gekannt und geliebt. Doch bei diesem rasanten Aufstieg blieb das Schweizer Erbe ein wenig auf der Strecke.


Durch die Zusammenarbeit mit kreativen Köpfen der ZHdK möchte Bally einen Schritt zurück machen – zurück zu den Anfängen, zurück zur helvetischen Identität. Die 24 Studentinnen und Studenten formierten sich in acht Gruppen und bekamen den Auftrag, von der Herbst/Winter-Kollektion 2018/2019 inspirierte Poster zu entwerfen. Das Ziel war, Schuhmodelle des Bally-Archivs zeitgenössisch zu interpretieren. Die Jury rund um Bally-CEO Frédéric de Narp wählte schlussendlich vier Gewinnergruppen aus, deren Neuinterpretationen und innovative Denkansätze überzeugten.


Das Gewinnerwerk besteht aus bewährten Bally-Schuhmodellen, die dank der Technik des 3-D-Scannens in eine faszinierend-futuristische Welt entführen. Auch die weiteren ausgezeichneten Werke haben die Verschmelzung von Vergangenheit und Gegenwart in origineller Weise umgesetzt – ob mittels des Zusammenfügens der Strassen Zürichs mit klassischen Anzugsschuhen, der Orientierung an Ballys dynamischem Posterarchiv oder der Kombination historischer Kunstwerke mit modernem Grafikdesign. Ballys Schweizer Identität wird durch jedes der Ergebnisse gefestigt und gestärkt. Und es wird offensichtlich: Auf dieses Erbe darf das Unternehmen ruhig stolz sein 

Die Projekte wurden im September mit einem Event im Zürcher Bally-Store gefeiert und sind in den Schaufenstern sowie im Store selbst ausgestellt. Zudem werden die Entwürfe in Ballys Genfer und Luzerner Läden präsentiert und weltweit auf den Social-Media-Kanälen der Marke geteilt. 

 

bally.ch

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