Reisen

Der Sommer kann kommen!

von Lena Stäheli
30.03.2017
Im mondänen St. Tropez entstanden die ersten Klassiker von Vilebrequin. Heute tragen Prince William, Mark Wahlberg oder Vito Schnabel die bunten Gute-Laune-Badehosen. L’OFFICIEL Schweiz traf den französischen CEO Roland Herlory, um über die Marke und die neue Damenkollektion zu sprechen.
Das Video der neuen Kollektion von Vilebrequin

L'OFFICIEL Schweiz: Vilebrequin – ein Klassiker. Wie entstand die Idee, Bademode herzustellen?

Roland Herlory: Das ist eine schöne Geschichte – eine Liebesgeschichte. Der Gründer von Vilebrequin war Journalist und bereiste die Welt, um über Motorradsport zu schreiben. Im malerischen St. Tropez fand er schliesslich sein Zuhause. Hauptgrund für sein Bleiben war aber nicht nur die Schönheit des luxuriösen Städtchen an der Côte d’Azur, es war die Liebe. Er verliebte sich und beschloss nach St. Tropez zu ziehen und dort seine Herzdame zu verführen. Das war in den 70er-Jahren, also genau die Zeit, die heute noch als legendär gilt. Brigitte Bardot und Gunther Sachs verkörperten das ultimative Freiheitsgefühl. Damals trug man die knappen und sehr eng geschnittenen Speedo Badehosen. Dieser Schnitt schmeichelte dem Vilebrequin Gründer, Fred Prysquel, allerdings nicht. Denn natürlich wollte er für seine Traumfrau eine gute Figur machen. Kurzer Hand entschloss er sich, eigene Badehosen zu kreieren. Sie sollten luftiger, lässiger und cooler wirken. So entstanden seine ersten Kreationen.

Vilebrequin steht für Männerbadehosen. Seit wann fertigen Sie Damenmodelle?

Wir haben vor drei Jahren damit begonnen. Gestartet hat die Marke mit dem Vater-Sohn-Konzept, dieses wollten wir mit einem Mutter-Tochter-Sortiment ergänzen. Ein Luxusprodukt für die ganze Familie. In meiner Vorstellung machen Familien zusammen Urlaub. Ich wollte, dass jedes Familienmitglied die passende Badebekleidung erhält. Der Anspruch von höchster Qualität war diesbezüglich jedoch schwieriger umzusetzen als bei den Männermodellen. Wir mussten unser Team mit Experten komplementieren. Man braucht ein neues Know-How für Damen Badekleidung, die Herstellung von BH’s verlangt ein ausgeklügeltes Handwerk.

Was war die Inspiration für die Frühjahr/Sommer-Damenkollektion?

Wir gingen zurück zu den Anfängen der Marke - der Spirit von St. Tropez in den 70er-Jahren. Helle Farben, Gärten, grosse Blätter, Schmetterlinge und natürlich die Schildkröten – die Signatur der Marke Vilebrequin.

Sie wohnen in der Karibik, bestimmt auch ein Ort der Inspiration?

Absolut! Um ehrlich zu sein, ich bin jeden Tag am Strand in St. Barth. Meistens ganz früh am Morgen oder sehr spät am Abend. Ich sehe mir den Sonnenaufgang oder die Dämmerung an und das sind magische Momente! Die Menschen und Farben inspirieren mich immer wieder aufs Neue.

Gefällt Ihnen der Bikini oder der Badeanzug besser?

(Er zögert)... Es kommt auf die Frau an. Ein Einteiler ist sehr elegant! Ein Bikini ist offensichtlich freizügiger, aber ich glaube, es kommt immer auf den Typ Frau an. Die Herausforderung ist es, einen Badeanzug zu finden, der Ihren Charakter optimal widerspiegelt.

Sie verkaufen Spezialanfertigungen, die schnell 8000 Franken kosten. Was macht dieses Modell so speziell? Und wer trägt Sie?

Ich habe während 20 Jahren für das Luxushaus Hermès gearbeitet – das war eine Lebensschule! Ich habe die immense Bedeutung von Handwerk und Qualität gelernt und verstanden. Mein Interesse war geweckt, ich wollte unbedingt wissen, welches das hochwertigste Produkt im Sortiment von Hermès ist. Es war ein bestickter Badeanzug, der in einer Manufaktur in Italien gefertigt wurde. Ich wollte sofort dort hin und herausfinden, wie man ein solches Unikat herstellt und vor allem, was für eine Handwerkskunst dahinter steckt. Vor Ort suchte ich das Gespräch mit den Handwerkern und Sie erzählten mir, dass es noch einzigartiger wäre, Bademode mit Goldfäden zu fertigen. Denn dies wäre der wohl grösste Luxus. Genau dies tat ich für Vilebrequin – diese Modelle verkörpern pure Eleganz.

Es gibt immer Leute, die nach einzigartigen Stücken suchen und bei denen der Preis keine Rolle spielt. Wir haben schon 50 Stück verkauft, die Leute kommen aus den USA, Russland, Frankreich, eigentlich aus der ganzen Welt.

Muster und Farbe werden für jede Kollektion angepasst. Inwiefern verändert sich der Schnitt ?

Für die Männermodelle ändern wir den Schnitt nicht. Wir haben so lange an dem perfekten Schnitt gearbeitet und jetzt ändern wir nur noch alle zwei bis drei Jahre winzige Details. Bei den Frauen ist es etwas anders. Dort müssen wir mit dem Trend gehen, in der Modewelt der Frau verändert sich viel mehr. Wir optimieren die Modelle jede Saison aufs Neue.

Bademode als Geschenk? Auf was würden Sie achten?

Für Männer auf jeden Fall. Eine Vilebrequin Shorts ist das ideale Geschenk, das die Leichtigkeit des Urlaubs, Sonne, Meer und Glück kommuniziert. Aber um ehrlich zu sein, bei Frauen ist ein Badeanzug- oder Bikini als Geschenk keine gute Idee! Es ist zu kompliziert, genau das Richtige zu finden, ohne das Modell anprobieren zu können. Frauen freuen sich aber bestimmt über ein schönes Strandtuch oder unsere Strandtaschen.

Leider sind Badehose oder Bikini nach einem intensiven Strandurlaub meistens vergilbt. Wie pflegt man Badebekleidung am besten?

Da gibt es nur Eins: Nach jedem Bad im Meer oder im Pool die Badehose mit klarem Wasser reinigen. Man muss das Chlor und das Salz auswaschen, denn diese Stoffe verbrennen das Lycra und zerstören so jede Lieblingsstück.

Können Sie sich noch an Ihre erste Badehose erinnern?

Nein, ich war zu jung. Aber ich erinnere mich – als ich 18 Jahre alt war, fragte ich meine Eltern, ob sie mir eine Vilebrequin Badehose kaufen. Die „musste“ man einfach haben. Meine hatte ein eher klassisches Muster mit Krabben.

Wo sehen Sie die Marke Vilebrequin in zehn Jahren?

Die Marke wird kontinuierlich ausgebaut wird immer eine Assoziation mit Urlaub hervorrufen. Ganz einfach: Qualität, Eleganz und Spass.

 

www.vilebrequin.com

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