L'Officiel Art

Motoyuki Daifu: Stillleben aus dem 21. Jahrhundert

Motoyuki Daifu: ein Name wie ein Passwort, das die Türen zu einer Welt mit neuen Perspektiven öffnet, in der Normalität und Fremdartigkeit ihre Rolle tauschen und der Alltag in einem anderen Licht erscheint.
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Das Werk des japanischen Fotografen wurde bereits mit jenem von Jürgen Teller verglichen, nur ein wenig sentimentaler und feinfühliger. Daifu meint ganz einfach: "Meine Arbeit ist eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit meinem Privatleben, um konventionelle fotografische Codes umzuwandeln."

Auf seinen Bildern des häuslichen Lebens fängt er eine Atmosphäre vertrauter Poesie ein, bestreut mit Angst und niederschwelligen Tönen drohender Katastrophen, alles in allem zart dissonant. Seine lebendigen Bilder rücken den vom Lauf der Dinge etwas überwältigten Diskurs eines Tagebuchschreibers in den Vordergrund, der ihn so nahbar erscheinen lässt, als wäre er ein langjähriger Freund. Zwischen Chaos und Ordnung spiegeln diese Bilder weniger das Streben nach einem unmöglichen Ideal (der perfekten Harmonie des Alltags) wider, sondern die stille Akzeptanz der Unvollkommenheit dieser Welt. 

Im Tieftonbereich, mit Blitz aufgenommen, erhalten die Bilder eine universelle Dimension. Es ist deshalb nicht unerheblich, dass sie anonym und ohne besondere Bezeichnung präsentiert werden. Denn die Bilder zeigen eine Welt, die nicht individuell ist. Wie die grossen Künstler zeigt uns Motoyuki Daifu, was uns auf den ersten und oberflächlichen Blick entgeht. Eine präzise Bestandsaufnahme der Lebensverhältnisse seiner Umwelt im 21. Jahrhundert.

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