Ferrari GTC4 Lusso
Hommes

Ein Date mit einem Ferrari

Beim Ferrari GTC4 Lusso kommt jeder auf seine Kosten. Mal schnurrt er wie ein Kätzchen und dann faucht er wie ein Biest. Obendrein bietet er Platz für vier samt Gepäck, fegt mit Leichtigkeit und Eleganz über Asphalt, Eis und Schnee – dank Allradantrieb und Vierradlenkung – und macht auch in der City Bella Figura.
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Ich habe meinen Alten auf dem Parkplatz stehen gelassen. Ihm eiskalt den Rücken zugedreht und die Tür mit einem lautem Knall geschlossen. Die Verlo­ckung ist zu gross. Ich kann nicht widerstehen. Magisch fühle ich mich angezogen – von diesem rassigen Italiener. Ich höre mein Herz laut schlagen. Ein spürbarer Aussetzer und nochmals «bumm, bumm». Dann steht er vor mir - der neue Ferrari GTC4 Lusso.

Noch weiss ich nicht, was mich gleich erwartet. Ich weiss nur eines: Dass die italienischen Autobauer eben anders ticken und dieses Geschoss tatsächlich als Familienkutsche bezeichnen. Sozusagen als den zweitürigen Ferrari für den Alltag. Alltäglich ist an diesem rasant anmutenden Schlitten aber mal gar nichts. Als Nachfolger vom Ferrari FF, der im Jahr 2011 mit untypischem Design, Allradantrieb und vier Sitzen die eingeschworene Fangemeinde fast in eine Identitätskrise stürzte, haben die Italiener mit dem GTC4 Lusso schein­bar erneut auf das richtige Pferd gesetzt. «Der Schein trügt nicht», bestätigt Chris Schenk, Markenverantwortlicher Ferrari von der Garage Foitek AG, mit Sitz in Urdorf bei Zürich: «Entgegen des Trends, als traditionelle Sportwagenmarke auf der SUV­-Welle mitzureiten, setzen wir mit dem GTC4 Lusso die Erfolgsstory des FF fort. Wir bieten einen alltagstaugli­chen Supersportwagen mit Vierradlenkung, Allradantrieb und einem Kofferraum von 450 Litern – bei umgeklappten Rücksitzlehne 800 Litern, bei dem das aussergewöhnliche Fahrerlebnis sogar durch vier geteilt werden kann.» Mit Blick ins Wageninnere, checke ich das Gesagte und entdecke vier Sitze. Ehe ich mich versehe, befinde ich mich als Beifahrerin neben Chris Schenk im Polster und bin erst einmal platt! Platt vor lauter Eindrücken, die auf mich einprasseln.

Vor mir ein riesiges Armaturenbrett, aufgeteilt in Fahrer­ und Beifahrercockpit durch eine Mittelkonsole getrennt, in die ein 10 Zoll grosses Display samt Apple­-Car­-Play­-Funk­tion und weitere Bedienelemente integriert sind. Über mir der Himmel zum Greifen nah – dank des überdimensio­nalen Panoramadachfensters. Ein Surren am linken Ohr, schwupp, wird mir der Gurt durch den Butler an die Schulter gebracht – automatisch. Ich greife zu und versenke diesen mit einem sanften Klick in der Halterung. Puh, schon mal halbwegs in Sicherheit gebracht.

Sicherheit? Eher stehen die Zeichen auf Sturm! Mit einem kurzen Aufschrei meldet sich der fast 6,3 Liter grosse Zwölf­zylinder­-Motor. Ohne Zündschlüssel. Per Startknopfdruck am Lenkrad. Im City­-Tempo rollen wir stadtauswärts, erreichen die Landstrasse. Plötzlich legt Schenk den Schalter um. Vom Comfort­ in den Sportmodus. Binnen Sekunden beschleunigt der bis anhin dezent wirkende, fast fünf Meter lange, knapp zwei Tonnen schwere, 690 PS starke GTC4 Lusso und presst mich in den Sitz. Nichts ist mehr wie vorher. Hochkonzentriert gucke ich abwechselnd auf die Fahrbahn und den Beifah­rer-­Touchscreen und japse nach Luft. Meine Haare fliegen mir ins Gesicht, bei geschlossenen Fenstern wohlgemerkt. Röhrend peitscht der Ferrari nach vorne, bremst vor der Kurve ab, um dann mit Druck auf das Gaspedal die scharfe Biegung in einer wendigen Leichtigkeit zu nehmen, wie ich es in einem solchem Supersportwagen nicht erwartet hätte.

Jetzt nehme ich die Zügel in die Hand, mache mich ver­traut: Mit diesem wahnsinnigen Lenkrad, in dem sämtliche Schalter und Knöpfe für Blinker, Start, Fahrprogramme, Scheibenwischer und Licht integriert sind. Dahinter ragen zwei Schaltwippen, mit denen manuell die Gänge geschaltet werden können. Davon lasse ich gleich mal die Finger, setze auf das Automatikgetriebe, drücke den Startknopf und ver­gesse prompt zu blinken. Ich grinse Schenk an. Vorsichtig tippe ich auf das Gaspedal. Und wieder geht sie los: Diesmal meine ganz persönliche Achterbahn der Gefühle! Während ich mich im Comfort-Modus entspanne und der GTC4 Lusso fast wie ein Kätzchen schnurrt, fordert er mich im Sport-Modus heraus und wird zu einem fauchenden Biest, was ich kaum zu bändigen weiss. «Übung macht den Meister», meint Chris Schenk – und ich fühle mich wie in meiner ersten Fahrstunde.

Ab stolzen CHF 310 000 ist der Ferrari GTC4 Lusso zu haben und kann mit diversen Extras ausgestattet werden.

www.ferrari.com 

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