Fashion Week

Bei Dior beschwört Maria Grazia Chiuri die "Teddy Girls" herauf

Mit Blick auf die Thematik der Genres wendet sich Dior in dieser Kollektion einer der ersten englischen Subkulturen zu.
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DER ORT

Einen Monat nach dem glamurösen Zirkuszelt entfaltete sich im Garten des Rodin-Museums ein ganz anderer Schauplatz. Kubisch angerichtet und dekoriert wurde die Location von der italienischen Künstlerin Tomaso Binga aka Bianca Pucciarelli Menna (sie benutzt ein männliches Pseudonym, um auf die Privilegien von Männern aufmerksam zu machen). Für einen Special-Effekt sorgten die lebendig gewordenen Buchstaben, D, I, O und R, die durch sich akrobatisch bewegende Frauen dargestellt wurden.

DER PITCH

Nach dem Mai 1968 und der anschliessenden feministischen Revolution nahm uns Maria Grazia Chiuri nun mit auf eine Reise zurück in die 1950er Jahre. Angetrieben von der Figur Christian Diors und dem Ideal des New Look sowie den Revolutionen der Arbeiterklasse im Vereinigten Königreich ist die Silhouette vor allem anderen subversiv. Die Röcke, ein Augenzwinkern an das Miss Dior-Kleid von 1949, wechselten sich mit dem Pre-Grunge-Style in Baja-Tartan kombiniert mit Lederstiefeln ab. Die militante Figur des Teddy Girls, das weibliche Gegenstück zum Teddy Boy, diente als roter Faden dieser Kollektion, in der die Freiheit im Zentrum stand und fast greifbar war.

DIE SILHOUETTE

Das T-Shirt "Sisterhood Is Global", das bereits mehrmals auf Instagram geteilt und von Karlie Kloss in der ersten Reihe getragen wurde. Es bezieht sich auf die Anthologie der gleichnamigen feministischen Schriften, die in den 1970er Jahren unter der Leitung von Robin Morgan in den Vereinigten Staaten veröffentlicht wurden. Erneut wird erkennbar: Maria Grazia Chiuri, die gerne militante Kleidung trägt, orientiert ihren Sinn für Stil an erster Stelle an politischen Gesten.

Dior Herbst-Winter 2019-2020 Show

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