L'Officiel Art

Wie Akris Mode und Kunst vereint

Im Herzen der Stadt St. Gallen befindet sich das Textilunternehmen Akris, das sich durch die perfekte Verarbeitung exquisiter Stoffe und Materialien einen Namen gemacht hat. 2022 wird das Couture-Haus seinen 100-jährigen Geburtstag feiern und damit 100 Jahre internationale Modegeschichte schreiben. Albert Kriemler spricht mit L’OFFICIEL Schweiz über Inspirationen, Trends und die Zukunft des Modehauses Akris.
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Der kreative Kopf Albert Kriemler zeichnet für die Kollektionen der Marke Akris sowie Akris Punto verantwortlich. In seinem Atelier in St. Gallen entstehen Kleider für Berühmtheiten wir Charlene von Monaco, Amal Clooney oder Alicia Keys.

Inspiration holt sich Albert Kriemler gern in der Welt der Kunst: Für die Frühling/Sommer-Kollektion 2017 diente der Big Apple mit seiner Vielseitigkeit und einer ganz besonderen Künstlerin als Inspirationsquelle. Während eines Besuchs im neuen Whitney Museum, das schon durch seinen imposanten Bau und den Blick über Downtown Manhattan Aufsehen erregt, wurde der St. Galler Modeschöpfer fast schon magisch von einem Kunstwerk der Künstlerin Carmen Herrera angezogen: "Blanco y Verde" – ein Bild in Off-White mit einem grünen, pfeilförmigen Triangel.

Die Künstlerin Carmen Herrera wurde 1915 geboren und lebt in New York. Ihre Kunstwerke stechen durch einen abstrakten Expressionismus heraus und haben einen eigenen Sinn für Farbe und Proportionen. Genau das übte eine Faszination auf Albert Kriemler aus, und so kam es, an Carmen Herreras 101. Geburtstag, zu einem Treffen in ihrem New Yorker Atelier, womit der Grundstein für eine Zusammenarbeit gelegt wurde.

Die Frühjahr/Sommer-Kollektion transferiert geometrische Formen in Damenkleidung und schafft den Spagat zwischen strengen und doch kunstvollen Linien und den weiblichen Formen. Als Hommage an diese grossartige Zusammenarbeit und Inspirationsquelle der Stadt New York präsentiert Akris, das bisher seine Shows immer in Paris gezeigt hat, die erste Show während der Fashion Week in New York. 

L’OFFICIEL Schweiz: In unserer März-Ausgabe widmen wir uns den Ikonen der Modewelt. Natürlich spielt Akris, als einziges Schweizer High-End-Modehaus, darin eine wichtige Rolle. Was macht Akris so einzigartig? Wie dient die Bühne der Schweiz dem traditionellen Couture-Haus?
Albert Kriemler: Die Schweiz hat eine lange Geschichte in der Haute Couture, was man immer wieder in Erinnerung rufen muss. Stoffhersteller wie Abraham in Zürich haben die Pariser Haute Couture mit den feinsten und glamourösesten Kreationen ausgestattet. Mit Gustav Zumsteg, dem Chef von Abraham, ist Yves Saint Laurent in der Kronenhalle essen gegangen. Schlaepfer hat die Pailletten zu dem gemacht, was sie heute sind, und wer einen Blick ins Archiv des Textilunternehmens Forster Rohner in St. Gallen werfen darf, erkennt sofort, wie viel bei Dior, Givenchy oder Prada von dort kommt. Helmut Newton hat für Forster Rohner als Firmenfotograf gearbeitet, ehe er berühmt wurde. Es gab hier immer schon ein sehr präzises Gespür für das Beste. Nun ist auch Vetements aus Paris nach Zürich gezogen – wir sind also keine Singularität. 
 

Am nachhaltigsten ist das Design, das man nicht ersetzen muss. Ich gestalte die Kollektionen so, dass sie aus vielen Investment-Pieces bestehen, die man über viele Jahre tragen möchte.

Wie kam es dazu, dass der Künstler Alexander Girard als Inspiration für die Frühling/Sommer-Kollektion 2018 diente?
Ich war im Vitra-Museum in Weil am Rhein und habe dort die Ausstellung zu Alexander Girard besucht, insgesamt dreimal, auch mit meinem Team. Sein Farbsinn, seine überbordende Kreativität und die Lebensfreude, die aus seinen Entwürfen spricht, haben mich begeistert. Er war genial in seinem Drang, das Leben möglichst vieler so schön wie nur möglich zu machen, mit jedem Detail an jedem Objekt in jedem Projekt. 

Heutzutage wird in der Modewelt oft über Nachhaltigkeit diskutiert, und viele Brands sehen sich dazu verpflichtet, diesem Trend zu folgen. Wie steht Akris diesem Thema gegenüber?
Ich weiss nicht, ob man das als Trend betrachten kann. Das ist eine langfristige Verpflichtung, die Teil jeder Firmenkultur sein muss. Oft ist aber nicht ganz klar, wer was unter Nachhaltigkeit versteht. Wir fertigen jedes einzelne Kollektionsteil im eigenen Betrieb, insofern haben wir hier die absolute Kontrolle. Es gilt aber der Grundsatz: Am nachhaltigsten ist das Design, das man nicht ersetzen muss. Ich gestalte die Kollektionen so, dass sie aus vielen Investment-Pieces bestehen, die man über viele Jahre tragen möchte.

Welche Muse inspiriert Sie zurzeit?
Keine bestimmte. Es sind die modernen Frauen, die etwas aus ihrem Leben machen wollen. 

Wie Albert Kriemler die Qualität bei den von Akris verwendeten Stoffen sichert und welche Dame er gerne einmal einkleiden würde finden Sie in der aktuellen März-Ausgabe der L'Officiel Schweiz.

www.akris.ch

 

Image Credits:
ZVG

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