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Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im Uhrenland?

Die neue, limitierte «Royal Oak Frosted Gold Carolina Bucci» von Audemars Piguet wird dank ihrem spiegelnden Zifferblatt und Gehäuse klar zu den Favoriten zählen ... Zwei Jahre nach ihrer Neuinterpretation der ikonischen «Royal Oak» für Damen stellt die charmante italienische Designerin Carolina Bucci ein neues Meisterwerk von Audemars Piguet vor. L’OFFICIEL Schweiz hat mit ihr gesprochen.
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Rebellisch und selbstsicher, dabei aber keine Spur von Narzissmus. So könnte man die neue, von Carolina Bucci entworfene «Royal Oak» von Audemars Piguet beschreiben. Sie schimmert in Gelbgold und zieht alle Blicke auf sich. Carolina Bucci, einzige Frau in einer langen Linie florentinischer Juweliere, ist eine Ästhetin mit Spieltrieb. Sie verbringt ihre Kindheit zwischen Schmuck und Bijoutiers, bevor sie zur Ausbildung nach New York geht, um Kunst und das Juwelierhandwerk zu studieren. Danach kehrt sie nach Florenz zurück, wo sie ihr Können bei ortsansässigen Goldschmieden perfektioniert, bevor sie ihr eigenes Label lanciert. Ihr Schmuck, aber auch ihre Art, ihn zu tragen, orientiert sich an ihrem so entspannten wie raffinierten Image. Die junge Mutter von 42, die in London und Florenz lebt, hat keine Scheu vor dem Risiko. Als 2016 die «Royal Oak Frosted Gold» entsteht, hat Bucci bereits ihr nächstes Stück ersonnen: die Kreation einer Uhr mit einem Spiegelzifferblatt. Eine nicht eben geringe Herausforderung. Hier gilt das Streben nach Perfektion, nicht der kleinste Makel darf man sich erlauben. Chadi Nouri, die Produktmanagerin der Uhrenmarke, erinnert sich: «Die Frauen nehmen bei Audemars Piguet eine wichtige Stellung ein. Als Carolina uns von ihrem spiegelnden Zifferblatt und Gehäuse erzählt hat, habe ich mir sofort Gedanken über die Komplexität gemacht. Doch ihre Leidenschaft und Entschlossenheit haben uns unter anderem erlaubt, die neue Damenkollektion weiter auszubauen. Gemeinsam haben wir Mal um Mal die Grenzen versetzt.» Die Beweisführung. 

 

L’OFFICIEL SCHWEIZ: Wie hat sich der Ehrgeiz, Schmuck zu kreieren, bei Ihnen manifestiert?
Carolina Bucci: Das ist nicht so eine Sache, die ich beschlossen habe. Ich habe immer gewusst, dass mir dieser Weg vorherbestimmt ist. Meine Mutter hatte ihren Juwelensafe bei mir im Kinderzimmer. Wenn sie mit meinem Vater ausging, ins Theater zum Beispiel, machte sie sich zurecht, legte Make-up auf, zog ein schönes Kleid an und kam als elegante Erscheinung in mein Zimmer, um sich ein Schmuckstück auszusuchen. Ich beobachtete sie von meinem kleinen Bett aus, fasziniert von all dieser Schönheit, und manchmal gab ich ihr Ratschläge.
 

Erzählen Sie uns von Ihrer «Begegnung» mit der Manufaktur Audemars Piguet.
Meine Faszination für Uhren setzte spät ein. Zu meinem Sechzehnten haben mir meine Eltern eine hübsche Rolex geschenkt, die ich zu klein fand. Ich habe mich bedankt und gefragt, ob sie mir erlauben würden, die Uhr ein wenig umzuarbeiten. Das Problem ist, dass eine Uhr sich nicht so leicht umarbeiten lässt wie ein Schmuckstück. (lacht) Diese Rolex habe ich immer noch, sie ist Teil meiner Erinnerungen, der Momente, die mein Leben geprägt haben. Mein Mann hat mir mehrere sehr schöne Uhren geschenkt, die immer mit einem speziellen Augenblick in meinem Leben verknüpft sind, zum Beispiel graviert mit dem Datum und der Stunde der Geburt unseres ersten Sohns. Das ist zu einer Art Tradition geworden. Entsprechend seinen Gewohnheiten war mein Mann zu meinem 35. Geburtstag auf der Suche nach einer Uhr. Eigentlich gefiel mir keine so recht, bis zu dem Tag, als ich diese sehr elegante Frau auf der 5th Avenue in New York sah. Sie trug die Uhr, die ich haben musste, stylish und vielseitig. Ich bin ihr gefolgt. Es war eine Audemars Piguet, ein Vintage-Herrenmodell der «Royal Oak» in Gelbgold. Ich entwickelte eine Obsession. Ich wusste, dass diese Uhr perfekt zu meinem Stil und meinem Schmuck passen würde. Mein Mann hat sie aufgespürt und mir geschenkt. Ich habe sie nie mehr abgelegt.


Und dann?
Ich glaube, dass François Bennahmias (CEO von Audemars Piguet) mich wohl mit meiner «Royal Oak» in der Presse gesehen hat. Wir wurden einander vorgestellt, und wir begannen, uns im professionellen Rahmen zu treffen. Ich bin nach Le Brassus gereist, um die Manufaktur Audemars Piguet zu besuchen, und er ist nach Florenz gekommen, um unsere Ateliers zu besichtigen. Dann hat François, der für seine offene Art bekannt ist, zu mir gesagt: «Jetzt ist genug, wieso trägst du keine aktuelle Audemars Piguet?» Meine ebenfalls ganz offene Antwort lautete: Auch wenn ich eure Damenkollektion sehr bewundere, ich finde, dass man sie überarbeiten und manche Modelle neu überdenken könnte. 

Die stilsichere Designerin Carolina Bucci in ihrem londoner Apartment

Ist so das Projekt der «Royal Oak Frosted Gold» entstanden, die zur Feier des 40-jährigen Jubiläums der «Royal Oak»-Damenlinie erschien?
Genau. Ich wollte weder am Design noch an den Proportionen dieser Uhr etwas ändern, denn die fand ich absolut vollkommen. Mir schwebte sofort eine Herrenuhr vor, die ich wie ein Schmuckstück veredeln wollte. Wir haben für das Gehäuse und das Armband der «Royal Oak» eine in meiner Familie sehr beliebte florentinische* Technik angewendet. Die Herausforderung war enorm, die Kunsthandwerker aus Florenz und Le Brassus reisten viel hin und her. Doch das Resultat ist spektakulär. Die Uhr wird zum Schmuckstück, das schimmert und das Licht einfängt. 


Diese erste den Damen gewidmete Edition wurde später zu einer Herrenversion weiterentwickelt, eine bislang nie da gewesene Vorgehensweise in der Uhrenwelt.
Ja, das Basisprojekt war eine Uhr in Weiss- und Roségold von 37 Millimetern für Damen in limitierter Auflage, doch sie kam auch bei den Herren gut an, und das war eine echte Überraschung.


Erzählen Sie uns von der neuen «Royal Oak Frosted Gold Carolina Bucci», die in einigen Wochen präsentiert werden soll.
Mit der ersten Ausgabe der «Frosted Gold» habe ich begonnen, am Look dieser sehr emblematischen Uhr zu rütteln. Das florentinische Finish hat ihr eine rohere, weniger glatte Seite verliehen. Hier sind wir noch weiter gegangen. Wir haben uns an die DNS der Marke gemacht, das berühmte Tapisserie-Zifferblatt. Als ich ein spiegelndes Zifferblatt vorschlug, war mir bewusst, dass ich das Team vor eine praktisch unlösbare Aufgabe stellte, doch ich wusste auch, dass ich es mit Kunsthandwerkern zu tun hatte, die den Erfordernissen des Stücks nach meinen Vorstellungen ohne Weiteres gerecht werden konnten. Ich habe recht behalten. Mir gefällt insbesondere der Kontrast: einerseits die Makellosigkeit des Spiegelzifferblatts und andererseits die florentinische Technik auf dem Armband und der Lünette, die natürlich einzigartig und unvollkommen sind.


Wieso denn eigentlich ein Spiegel?
Der Spiegel passt sich seiner Umgebung an. Er verändert sich je nach seinem Rahmen und den Kleidern, die man trägt. Mein liebstes Spiegelbild ist der Himmel, ich habe eine Faszination für den Himmel in all seinen Erscheinungen.


Diese neue Kreation ist aus Gelbgold, Ihrem Lieblingsgold.
Ja, ich habe meine Liebe zu Gelbgold immer laut und deutlich kundgetan. Ich habe für meine Schmuckstücke mit unwahrscheinlichen Materialien gearbeitet, mit Seide zum Beispiel. Aber ich meine, bei mir war immer die grosse Auswahl Trumpf, und an der «Royal Oak» liebe ich eben gerade, dass es keine gibt! Die Uhr ist in Gelbgold in einer einzigen Grösse und mit einem einzigen Finish erhältlich. Und genau das wird bei allen gut ankommen, auch wenn wir nur 300 Exemplare fertigen.


Worin besteht der Stil von Carolina Bucci genau?
Ich liebe das Kombinieren und gut geschnittene Stücke in schönen Materialien. Sie werden mich jederzeit in Jeans, einem Hemd und mit einem Accessoire antreffen. Ich unterscheide nicht zwischen meinem Privat- und Berufsleben, ich habe das gleiche Outfit für beides. Ich trage immer meine «Royal Oak Frosted Gold», meinen Verlobungsring und ein Schmuckstück mit einem besonderen persönlichen Wert, an dem Erinnerungen hängen. Ansonsten das, was mir Spass macht. Ich trage Unmengen von Armbändern gleichzeitig und Ringe ganz nach Tagesstimmung.


Ihre neueste Kreation, die «Forte Beads», werden nach Lust und Laune kombiniert. Sind sie eine Erinnerung an Ihre Kindheit?
Diesmal eher an die meiner Söhne. Jede meiner Kreationen entspricht einem Wunsch und einem Element, das mir wichtig ist. Als ich mein Label herausbrachte, gab es meine «Lucky Bracelets» als Anspielung an die Bändchen, die wir mit Freundinnen am Strand getauscht haben. Doch von den «Forte Beads» wurden meine Söhne begleitet. Wir haben immer zusammen Armbänder und Halsketten gemacht, seit sie ganz klein waren. Sie anzulegen, markiert den Sommerbeginn, und im Herbst werden sie abgeschnitten. Ich finde es sehr bewegend, dass die Halbedelsteinperlen allen gefallen. Es ist so, als hätte das Kreieren des eigenen Armbands, einer eigenen Komposition, geradezu therapeutische Eigenschaften, und das macht mich wirklich glücklich!


* in traditioneller Hämmertechnik veredeltes Metall, hier Gold. 

Die neue «Carolina Bucci Limited Edition Royal Oak Frosted Gold» 37mm in 18 Karat Gelbgold. Erhältlich in limitierter Stückzahl von 300 Stück. Audemars Piguet, CHF 53 900.

audemarspiguet.com     carolinabucci.com

 

 

Image Credits:
ZVG

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