Woman

Moderne Musen - September Ausgabe

von L'Officiel Schweiz
26.08.2017
Wie die meisten verabschiede ich mich nur ungern von der entspannten sommerlichen Stimmung und finde mich damit ab, dass der September da ist.

Liebe Leserin,

 Doch während diese Ausgabe in Druck geht, werde ich daran erinnert, dass ich mich auf vieles freuen kann. Warme Kleider lösen das warme Wetter ab, und wir dürfen in einer ganzen Reihe neuer Kollektionen schwelgen. Die Herbst/Winter-Schauen liegen schon eine Weile zurück, wenn Sie also Ihr Gedächtnis au rischen möchten. Das Ende des Sommers bedeutet (für viele von uns) eine Rückkehr in die Stadt – und einen Garderobenwechsel. Diesen Monat betrachten wir das Verhältnis zwischen urbanem umfeld und dessen Wirkung auf die Modeindustrie. Geschichtlich gesehen war der städtische Raum von zentraler Bedeutung für die Modeindustrie. Je nach Stadt war es eindeutig, was auf den Laufstegen und in den Kaufhäusern zu erwarten war. Mehr als zwei Jahrhunderte lang boten Paris und London für das Modehandwerk und später für Designer eine Bühne, ihre kulturelle Überlegenheit gegenüber dem Rest der zivilisierten Welt zu beweisen. Bis in die jüngste Zeit mussten alle in diese Städte pilgern, um überhaupt einen Blick auf die neuesten Looks zu erhaschen. Die Stadtkultur bestimmte ganze Epochen. 

Dieses Verhältnis hat sich in den letzten Jahren etwas geändert. Das wurde mir besonders deutlich bewusst, als Anfang dieses Jahres die Ankündigung kam, dass das hyper-coole VETEMENTS nach Zürich kommt. Die Marke, die berühmt ist für ihren eigenwilligen Stil und äusserst erfolgreiche Kollaborationen, brach am Heimatstandort die Zelte ab und verlegte den Betrieb samt über 40 Mitarbeitern aus Paris in eine umgebaute Fabrik in Zürich- West. Das Bemerkenswerte an dieser Nachricht war der ganze Schwung Artikel, der dieser Ankündigung folgte. Journalisten aus aller Welt stellten nervös die Frage: Wieso Zürich? Re ektiert dies eine kulturelle Verschiebung in Europa? Ist Zürich das neue Berlin? Geschah der umzug aus Steuergründen? Wann ist Zürich cool geworden? Manche Autoren gruben wohl auf der Suche nach einer Antwort, mit der sie leben konnten, panikartig obskure Fakten aus. Ein Artikel kam sogar zu dem Schluss, dass es vielleicht seinen Sinn hat, weil ja Zürich der Geburtsort des Dadaismus ist. 

Ich glaube mit einiger Sicherheit sagen zu können, dass es eine ganz simple Antwort gibt.Guram Gvasalia, der CEO der Marke, brachte es auf den Punkt. «Paris killt die Kreativität... [Es ist] destruktiv... Ich bin fertig mit dem ober ächlichen Glamour.» Es sieht also ganz so aus, als hätte der langjährige Ruf der grossen internationalen Modehauptstädte nicht den gleichen Appeal wie früher. Wie auch an anderen Schauplätzen gilt das, was zur Tradition geworden ist, zugleich als einengend.

Wir freuen uns Ronja Furrer, den Star unserer Coverstory wieder einmal begrüssen zu dürfen. Nach dem Shooting in New York letztes Jahr war es schön, das Schweizer Model in ihrem Heimatland zu treffen. Ronja ging nicht, ohne uns eine Liste ihrer Lieblingsorte zu verraten. 

Viel Spass beim Lesen!

Livia Zafiriou 

Ronja Furrer trägt auf allen Bildern Michael Kors Collection.

Fotografie
Andreas Ortner
@ABERLI MANAGEMENT

Model
RONJA FURRER
@ABERLI MANAGEMENT

Make-up & Haare
RACHEL BREDY
@ STYLE COUNCIL

Fotoassistenz
FLORIAN HARRER

Produktion
ALEXANDRA ABERLI IN PARTNERSCHAFT MIT MICHAEL KORS.

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