Woman

Filmische Frauenportraits

Feminismus im Jahr 2019? Ja, den braucht die Menschheit noch. Wie viel die Generationen vor uns schon geleistet haben und was noch erreicht werden muss, zeigen diese Filme über Frauen, die die Welt beweg(t)en.
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Die göttliche Ordnung

Der Spielfilm Die göttliche Ordnung erzählt von Nora, einer jungen Hausfrau und Mutter, die in einem kleinen Schweizer Bauerndorf lebt. In dieser fiktiven und dennoch realistischen Geschichte wird die Protagonistin auf die Ungerechtigkeiten gegenüber den Frauen aufmerksam und macht sich für das Frauenstimmrecht stark. Zwischen heldinnenhaftem Aufbegehren und herben Rückschlägen, Selbstfindungs-Versuchen und neu gedachten Beziehungen zeigt dieser Film die damalige Situation in der Schweiz 1971 vor der Abstimmung zum Frauenstimmrecht. Die Regisseurin Petra Volpe stellt dabei die Dringlichkeit der Anliegen der Frauen mit viel Liebe zum Detail dar. Der Film ist bereits jetzt ein Klassiker der Schweizer Filmgeschichte.

Verliebte Feinde

Kennen Sie Iris von Roten? Wenn nicht, dann ist das nicht gross verwunderlich. Denn die Schweizer Fraunerechtlerin war ihrer Zeit weit voraus und ging deshalb in der Geschichte unter. Der Film mit historischen Grundlagen stellt dar, wie es der begabten Jursitin und Journalistin in ihrer Karriere ergangen ist. Sie setzte sich bereits in den 1950er-Jahren für das Frauenstimmrecht ein und schrieb, inspiriert von Simone de Beauvoirs Das andere Geschlecht, selbst ein Buch, Frauen im Laufgitter. Für dieses erhielt sie nichts als niederschmetternde Kritik, besonders von Frauenorganisationen, was dazu führte, dass sich von Roten aus dem Einsatz für die Frauenrechte zurückzog. Wirft man heute einen Blick in das Buch, dann hat man eher das Gefühl, da schreibt eine Feministin aus dem 21. Jahrhundert, nicht eine Frau aus den 50ern. Wie diese spannende Persönlichkeit ihr Leben führte, ihre Beziehung zu ihrem Mann gestaltete - offensichtlich gleichberechtigt - und wie es zu der Entstehung ihres damals skandalösen Buches kam, das zeigt Verliebte Feinde auf eine ehrliche Art und Weise.

#femalepleasure

2018 sorgte dieser Dokumentarfilm für viel Aufregung. Und ein mehrheitlich begeistertes Publikum. Die Doku verfolgt die Arbeit und das Leben von fünf Frauen aus fünf Ländern. Da wäre Doris Wagner aus Österreich, die nach mehreren sexuellen Übergriffen in einem Orden aus der katholischen Gemeinschaft austrat und sich seither für eine Stellungsnahme des Papstes und eine Veränderungen mit solchen Delikten in der Kirche einsetzt. Leyla Hussein, die als Kind Opfer von FGM (Female Genital Mutilation) wurde und sich heute öffentlich gegen die Beschneidung von jungen Mädchen einsetzt. Rokudenashiko, eine japanische Künstlerin, die sich ihre Vulva als 3D-Modell ausdruckte, daraus ein Kanu baute und für dessen öffentliche Benutzung von der Polizei verhaftet wurde. Vithika Yadav, eine Menschenrechtlerin aus Nordindien, die sich für politische und gesellschaftliche Veränderungen in ihrem Land einsetzt. Und Deborah Feldman, die aus einer ultraorthodoxen jüdischen Gemeinschaft in New York floh und in ihrem Roman Unorthodox von ihrem Leben als Frau in dieser Gemeinschaft und der Flucht mit ihrem Sohn erzählt. Fünf Geschichten, die sehr unterschiedlich sind und doch alle dasselbe aufzeigen: Die Unterdrückung der Frauen in einer noch immer patriarchal geprägten Welt. Dieser Film ist für alle, die sich fragen, weshalb wir Feminismus heute noch brauchen. 

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